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roland schär

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exposition à la galerie artstation isabella lanz - zürich (3. dezember 2016 - 28. januar 2017)

"neue zeichnungen, gemischte techniken"

 

vues de l'exposition :

auszüge aus der rede von sabine arlitt : Wunderbar, wenn vertraute Assoziationen eine Verwandlung erfahren

(...) Ein Echoraum enthält und markiert ein Dazwischen, ein Dazwischen, das Intervalle und eine prozesshafte Entfaltung in der Veränderung in sich tragen kann. Das Morphing lebt vom Effekt der Zwischenübergänge. Auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext ist oftmals von Mutationen und Hybriden die Rede. Roland Schär und ich suchten im Ateliergespräch immer wieder nach Worten, um diesem ungreifbaren Zwischengeschehen näher zu kommen, es begrifflich wenigstens spürbar werden zu lassen. Der vertraute Begriff der Ambivalenz kann zwar dienlich sein, doch drängt er danach, gleichsam mit neuen Konnotationen versehen zu werden – vielleicht darf man von einem Schillern in Bewegung sprechen. Mir gefiel der Ausdruck: eine Art von Spannungspräsenz.

Weben heisst auch verdichten, ein Verdichten des Zwischenraums, der gleichsam getragen wird. Weben lebt im weitesten Sinn von einem Begegnen. Bei Roland Schär sind es verschiedene Dinge und unterschiedliche Techniken, welche die ihnen innewohnenden Differenzen überbrücken und zu etwas Neuem werden lassen. Formen nähern sich anderen Formen an, wobei im Austausch der Begegnungen, wobei im Zuge der Migration Mutationen sich ereignen, denen etwas Hybrides eigen ist.

 

(...) Raumhaltig sind auch die Arbeiten von Roland Schär – allerdings vorwiegend tiefenräumlich angelegt in der Fläche. Reale Virtualität, virtuelle Realität? Es ist oftmals nicht mehr wirklich auszumachen. Schon allein die digital realisierte Verdoppelung einzelner Linien löst Vibrationseffekte aus, die das räumliche Empfinden und die Verortung der Dinge durcheinanderbringen. Roland Schär interessieren wechselseitige Einflüsse zwischen verschiedenen Gattungen, Medien oder Systemen. Er zeichnet mit der Hand und mit der Maschine und lässt beides in einen generativen Dialog treten. Erinnertes und gleichsam digital aktiviertes Struktur- und Formenpotential bringen im Zuge verschmelzender Überlagerungen nicht gekannte Erscheinungsweisen hervor, die im grenzüberschreitenden Austausch unentwegt die Gestaltwerdung transformieren. Mischlinge entstehen, Hybride, hervorgegangen aus einer Kreuzung. Auch Textiles basiert auf einer Art von Kreuzung.

Bereits während seiner ersten Asienreisen hatte Roland Schär damit begonnen, Textilien zu sammeln. Seit Jahren wächst auch sein persönliches, betont intuitiv entwickeltes Bilderarchiv. Er reist viel, und wenn er reist, zeichnet er häufig. Und er verwendet Raster in seiner Arbeit, zuweilen auch komplexere Architekturraster. Doch alles erfährt eine Veränderung im Zusammenspiel der erwähnten unterschiedlichen Techniken. Die auftauchenden maritimen und biomorphen Formen verweisen oftmals auf Faltungen und Staffelungen, auf Paraventeffekte und Intervallstrukturen und fördern eine Art Gegenstruktur zum strengen Raster zu Tage.

Motiv auf Papier hat Roland Schär seinen Arbeiten als Titel gegeben. Die Titelgebung lässt an die Pleinairmalerei denken, an die Malerei in der Natur und vor dem Motiv. Motiv auf Papier kann aber auch eine Brücke zum Textilen schlagen, konkret zum Mustermotiv. Und im Wort Motiv schwingt zudem die Bedeutung Motivation mit, auch im Sinne eines Denkprozesses. In der Musterung wird ein konstellatives Miteinander geradezu bildhaft vor Augen geführt. Konstellatives Denken ergänzt analytisches Denken. Roland Schär greift die Idee der in Vergessenheit geratenen Wunderkammern auf: Eine Reise in die Zukunft beginnt.

© Sabine Arlitt, Zürich, Dezember 2016

 

quelques uns des dessins :

"motif sur papier", 50x50 cm, 2016

"motif sur papier, 30x20 cm, 2016

"motif sur papier, 30x20 cm, 2016

"motif sur papier, 30x20 cm, 2016

"motif sur papier, 30x20 cm, 2016

 

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